Viele Wünsche bleiben unerfüllt

Die 26-jährige alleinerziehende Mutter weiß, dass sie ihren drei Kindern zu Weihnachten nicht viele Wünschen erfüllen kann. (Symbolfoto: Robert Schlesinger/dpa)

Alleinerziehende Mutter von drei Kindern hat keinen Abschluss und keinen Führerschein

Von Dagmar Schmitz

 

12. Dezember 2015

 

Dingolfing. Monika ist 26 Jahre alt und alleinerziehende Mutter von drei Kindern. Die beiden Jungs sind sechs und sieben Jahre alt, sie besuchen die Grundschule, das Mädchen ist fünf Jahre alt und geht in den Kindergarten.
Gerade ist die Waschmaschine kaputt gegangen. Eine Investition, die für viele andere keine große Sache wäre. Für Monika schon, denn das Geld ist mehr als knapp. Dieses muss sie sich borgen, kann es nur langsam abstottern. Aber es hilft nicht, eine Waschmaschine ist unverzichtbar, insbesondere bei einer vierköpfigen Familie mit Kindern. Und wie es der Teufel will, hat auch noch der Herd den Geist aufgegeben. Ein Freund konnte unter die Arme greifen und eine kleine Kochgelegenheit zur Verfügung stellen. Aber nur leihweise, Monika muss sie wieder zurückgeben. Also wird auch ein neuer Herd gebraucht.

 

Die 26-Jährige hat in ihrem Leben vielleicht nicht immer den richtigen Weg gewählt, meint sie rückblickend. Aber eines möchte sie nicht, dass ihre Kinder darunter leiden müssen. Bereits mit 18 Jahren heiratete Monika und wurde kurz darauf schwanger. Der erste Sohn kommt zur Welt. Damals hat sie deshalb ihre Ausbildung abbrechen müssen. Nur ein Jahr später wurde der zweite Sohn geboren und zwei Jahre später die Tochter. Bis dato war es Monika nicht möglich, ihre Lehre als Einzelhandelskauffrau zu beenden, mit drei Kindern sei es einfach nicht zu schaffen gewesen, erzählt sie. Sie steht also ohne Abschluss da. Ihre Mutter wohnt leider nicht im Ort, die ihr die Kinder wenigstens stundenweise abnehmen könnte. Hinzu kommt ein weiteres Manko: Monika hat keinen Führerschein. Die Kosten dafür konnte sie damals nicht aufbringen. Die junge Familie hatte nie viel Geld zur Verfügung, Grund hierfür war unter anderem die Spielsucht des Familienvaters. Mit Gelegenheitsjobs musste Monika die Haushaltskasse füllen, sodass „wir irgendwie über die Runden kamen und überleben konnten", erzählt sie. Inzwischen ist sie von ihrem Mann geschieden. Unterhalt für die Kinder gibt es aber nur sporadisch. Das stellt die dreifache Mutter immer wieder vor neue Herausforderungen. Kleidung, Schulausstattung und vieles mehr, das alles muss mühevoll zusammengespart werden. Auch vonseiten der Eltern kann sie mit keiner großen Unterstützung rechnen, weil auch dort der finanzielle Rahmen sehr eng bemessen ist. „Und jetzt steht auch noch Weihnachten vor der Tür", sagt sie etwas bedrückt und weiß jetzt schon, dass sie ihren Kindern viele Wünsche nicht erfüllen kann.


Im Moment befindet sich Monika in einem Kreislauf: Ohne Ausbildung ist es sehr schwierig einen Job zu finden, und wenn, dann werden die meisten Tätigkeiten nicht in ihrem Wohnort angeboten. Aber ohne Auto kann sie sich nicht weit bewegen. Und für einen Führerschein reicht es vorne und hinten nicht. Die Kinder können glücklicherweise mit dem Bus in die Schule fahren, das ist für sie eine Entlastung, aber sämtliche weitere Aktivitäten sind kaum möglich. Immer wieder muss sie Fremde bitten, falls beispielsweise mal ein größerer Einkauf ansteht. Ihr größter Wunsch für die Zukunft ist es, wieder unabhängig zu sein, den Führerschein nachzuholen und einer geregelten Arbeit nachzugehen.