Kinderarmut auch in den Schulen ein Problem

Klar wollen alle dabei sein, wenn an der Schule eine Aktion ansteht. (Foto: L. Meier)

Viele Buben und Mädchen müssen oft aufgrund der finanziellen Lage Nein sagen

Von Lisa Meier

 

21. November 2015

 

Plattling. Bald ist es wieder soweit – der erste Advent steht vor der Tür, das erste Lichtlein am Adventskranz wird angezündet. Der Heilige Abend naht und die Weihnachtszeit erfüllt uns mit Wärme und wohliger Vorfreude. Wir schmücken unser Haus mit goldenen Sternen, kleinen Engeln und duftenden Tannenzweigen. Kinder schreiben in schön geschwungener Schrift Wunschzettel an das Christkind in der Hoffnung, es möge die lang ersehnten Geschenke unter den Christbaum legen. Viele Menschen macht die Weihnachtszeit glücklich, vor allem, wenn es abends draußen dunkel ist und die Lichterketten an den Häusern erstrahlen. Wenn der süße Mandelduft durch die Weihnachtsmärkte zieht und man mit warmen Stiefeln durch knirschenden Schnee spaziert. Doch nicht für alle Menschen ist die Weihnachtszeit ein Segen. Vor allem für die Kinder aus finanziell schwachen Familien nicht.


Durch die wirtschaftlich schlechte Situation der Eltern hat auch die Kinderarmut mittlerweile alarmierende Ausmaße angenommen. Und dies nicht nur zu Weihnachten. Die Armut vieler Betroffener vor unserer Haustüre zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Jahr. Das Elend der Kleinsten ist die materielle Unterversorgung, ihr Alltag ist von Verzicht und Mangel geprägt. Die Folgen sind körperliche und seelische Belastung, schlechtere Aussichten auf schulische und berufliche Ausbildung sowie soziale Ausgrenzung.


Die Benefizaktion „Freude durch Helfen" der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung möchte mit einer Spende zumindest einigen Kindern, die in Plattling zur Schule gehen, finanziell unter die Arme greifen: Den Kindern, deren Eltern sich weder die Bezahlung von Klassenfahrten, Mittagessen oder Lernmitteln leisten können. Deshalb sollen in diesem Jahr die Grund-, Mittel- und Realschule mit einer Spende bedacht werden. Davon können Tages- oder Abschlussfahrten für einzelne Schüler finanziert werden, denn auch solche Fahrten gehören zum Schulleben.
Das gemeinsame Erleben und der sozial integrative Aspekt sind dabei besonders wichtig. Hier behauptet schon mal ein Kind, es wolle nicht mitfahren, da es keine Lust habe. Doch hartnäckig nachfragende Lehrer decken auf, dass die Finanzierung das eigentliche Problem ist. Alleinerziehende Mütter trotz geregelter Arbeit oder Väter, die durch Krankheit ihre Arbeit verloren haben – für diese Menschen ist es nicht leicht, einige hundert Euro für so etwas aufzubringen. Probleme ergeben sich auch bei der Finanzierung des Mittagessens mancher Schüler der Ganztagesklassen oder in der Nachmittagsbetreuung.


In der Mittelschule beispielsweise gehört das gemeinsame Mittagessen der Schüler in der Mensa zum Schulprofil. Das Essen ist reichhaltig und gut. Kinder jedoch melden, das Essen schmecke nicht. Doch auch hier ergibt die Nachfrage, dass bei einigen der monatliche Beitrag zur Essensbestellung nicht geleistet werden kann. Doch ein leerer Magen bedeutet mehr als Hunger. Unterernährung, Nervosität und Konzentrationsschwierigkeiten sind die Folgen.


Betrachtet man die Leihgebühren für Musikinstrumente in der Bläserklasse sowie die Kosten für Trommel- und Instrumentalkurse an der Grundschule, so ist auch hier festzustellen, dass sich manche Familien diese Gebühren nicht leisten können. Die Kinder hätten aber das Talent und vor allem den Wunsch, das Spielen eines Instruments zu erlernen. Kostenpflichtig ist auch die Lern- und Sprachförderung im Rahmen von Freiwilligenhilfe sowie das soziale Kompetenztraining durch externe Fachkräfte. Interessante Angebote an der Grundschule bilden das interkulturelle Elterncafé sowie die individuelle und bedarfsorientierte Hilfe für sozial schwächere und benachteiligte Familien.


Nicht zu vergessen die hohen Kosten für Schulmaterial – Ranzen, Mäppchen, Hefte und Stifte, Bücher und Turnsachen. Diese und viele weitere Anschaffungen können unsere Leser mit einer Spende an „Freude durch Helfen" unterstützen. Die Kinder werden es Ihnen danken!