Helfen, wo keine andere Hilfe greift

Martha Gierl, Eva Bauernfeind und Gudrun Ellmann engagieren sich bei „Beste Freundinnen“, um Frauen in der Region unter die Arme zu greifen, wenn Hilfe nötig ist. (Foto: Edith Wühr)

„Beste Freundinnen – Frauennetzwerk und Solidarität" unterstützt Bedürftige

Von Edith Wühr

 

5. Dezeember 2015

 

Kollnburg. Da ist eine alleinerziehende Mutter, die jeden Monat darum kämpft, über die Runden zu kommen und den Lebensunterhalt ihrer Familie sicherzustellen und dann wird plötzlich eine Autoreparatur fällig – nur, dafür fehlt das Geld. Das Fahrzeug wird aber dringend gebraucht. Eine andere Frau bekommt zwar eine Kur bewilligt, aber sie ist gar nicht in der Lage, die benötigte Ausstattung von den Sportschuhen bis hin zu den Badesachen zu kaufen. In wieder einem anderen Fall ist die Miete fällig, aber das Konto aus widrigen Umständen leer. In solchen Notlagen hilft der Verein „Beste Freundinnen – Frauennetzwerk und Solidarität" mit Sitz in Kollnburg im Landkreis Regen.

 

Vor elf Jahren haben sich einige „Beste Freundinnen" zusammengetan, um hilfsbedürftige Frauen zu unterstützen. „Wir setzen da an, wo sonst nichts greift", erzählt Gudrun Ellmann, die wie Martha Gierl, Eva Bauernfeind, Cornelia Bruckner und Heidi Reichenberger zum fünfköpfigen, gleichberechtigten Vorstandsteam gehört.

 

Die Hilfe ist schnell und unbürokratisch, wird aber nicht unbesehen vergeben. „Wir wollen wissen, dass es eine Notlage ist", betont Martha Gierl. Meistens werden offene Rechnungen beglichen und nicht einfach Geld ausbezahlt. Oft wird das Frauennetzwerk von anderen Organisationen, wie dem Kinderhilfswerk oder der Caritas, die selbst nicht tätig werden können, auf bestimme Fälle aufmerksam gemacht. Denn viele Bedürftige kennen den Verein nicht oder schämen sich, um Unterstützung zu bitten. Das Frauennetzwerk will aber mehr als nur in finanzieller Hinsicht helfen. Generell soll die Lebenssituation von Frauen verbessert werden.

 

So wurde unter anderem der Frauennotruf in Regen oder das Frauenhaus in Straubing mit einer Spende bedacht. Aber nicht nur im Landkreis Regen, auch weltweit werden Projekte gefördert – in diesem Jahr etwa ein Frauenprojekt in Nepal.

 

Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge, eigene Aktionen, wie beispielsweise zuletzt dem Verkauf von Speisen und Getränken am Caritativen Adventsmarkt in Viechtach und eben Spenden. Mit Vorträgen, Kursen und Vernetzung wollen die „Besten Freundinnen" die Situation von Frauen stärken.

 

Denn leider sind es in unserer Wohlstandsgesellschaft noch immer häufig Frauen, sei es als alleinerziehende Mütter oder Rentnerinnen an der Armutsgrenze, die dringend auf Hilfe angewiesen sind. Mit einer Spende an „Freude durch Helfen", mit der der Kollnburger Verein unterstützt wird, kann man sicherstellen, dass das Geld auch wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird.