Geduldsspiel und Slalomfahrt

Zuerst legt Alois Eherer die millimeterdünnen Halme nach einem bestimmten Muster in eine Form. – Dann beginnt eine „Slalomfahrt“: er fädelt das rote Garn um die Enden. „Das Schlimmste, was jetzt passieren kann, ist, dass ein Halm bricht“, erklärt er. – Rund 60 Schnitte braucht es noch, bis der Strohstern Form annimmt.

Alois Eherer hat rund 680 Sterne für die Aktion „Freude durch Helfen" gebastelt

Von Sophie Schattenkirchner

 

14. November 2015

 

Es ist ein Geduldsspiel", sagt Alois Eherer und greift mit einer Pinzette nach einem Strohhalm. Diesen Strohhalm zieht er durch eine kleine Schneidemaschine, die ihn in millimeterdünne Streifen zerlegt. Dann rückt er eine runde Plastikform unter den Lichtkegel seiner Schreibtischlampe und beginnt, die dünnen Halme nach einem bestimmten Muster zu legen. Das sind die ersten Schritte, um einen Strohstern zu basteln. Für die Benefizaktion „Freude durch Helfen" der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung hat der 80-Jährige rund 620 kleine und über 50 große Sterne hergestellt.


Vor zehn Jahren hat Eherer zum ersten Mal einen Strohstern gebastelt. „Gelernt habe ich das von meiner Frau, sie war Handarbeitslehrerin", erzählt er. Die ersten Sterne verschenkte er an die Pfarrei St. Elisabeth. Dort bekommen die Gottesdienstbesucher an Ostern ein Ei, für die Christmette wünschte sich Pfarrer Johannes Plank Strohsterne. Eherer sagte spontan zu: „Dann dachte ich mir: das sind ja 500 Besucher! Und es war schon November." Doch durch die Gemeinschaftsarbeit mit seiner Frau nahm jeder Besucher am Heiligen Abend einen Strohstern mit nach Hause.

Bereits im September 2015 waren über 400 Sterne für die Aktion „Freude durch Helfen" sowie die Sterne für den Förderverein des Kindergartens St. Elisabeth und die Christmette fertig: insgesamt über 1 000 Stück. „Es macht mir einfach Spaß", verrät Eherer, der nur wenige Tage nach Weihnachten mit seiner Arbeit an den Strohsternen beginnt. Als es im Sommer so heiß war, saß der 80-Jährige auf seiner Terrasse und legte und verknüpfte die Halme zu Sternen.

 

Nachdem die Sterne in einem bestimmten Muster, das er sich zuvor überlegt hat, gelegt sind, verbindet er sie mit einem roten Garn. „Das ist eine richtige Slalomfahrt", erklärt er und wickelt den roten Faden jeweils zweimal um fünf dünne Halme. „Das Schlimmste, was jetzt passieren kann, ist, dass ein Halm bricht." Doch Eherer bindet routiniert und knotet die beiden Enden des Fadens zusammen: das ist die Schlaufe, mit der man den Stern an den Christbaum hängen kann.

Meist schneidet seine Frau die Sterne, „sie macht das schöner", findet er und lacht. Rund 60 Mal muss man – je nach gewünschter Form – die Enden der Halme zuschneiden. Nach nur wenigen Minuten ist ein Stern fertig: „Sieben schaffe ich in einer Stunde."

 

Warum hat er sich entschlossen, Strohsterne an die Tagblatt-Benefizaktion zu spenden? Er habe von der Babyschuh-Aktion im vergangenen Jahr gehört und sich beim traditionellen Stadtplatzfest mit Marketing-Leiterin Claudia Karl-Fischer unterhalten. „Ich finde toll, was bisher alles durch die Aktion ‚Freude durch Helfen' erreicht wurde und wie viele Menschen dadurch unterstützt wurden."

 

Am Christbaum der Eherers hängen an diesem Weihnachtsfest wie immer Kugeln und Strohsterne – „aber kleine, denn die finde ich am schönsten", fügt Eherer hinzu und lacht.

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Ein großer Stern kostet drei Euro, ein Set mit vier Sternen fünf Euro. Der Erlös geht an die Benefizaktion „Freude durch Helfen", die Bedürftige in der Region unterstützt. Die Sterne gibt es ab Donnerstag, 26. November, am Losstand des Straubinger Christkindlmarkts zu kaufen und am Freitag, 27. November, von 18 bis 21 Uhr, Samstag, 28. November, von 11 bis 21 Uhr, und am Sonntag, 29. November, von 11 bis 21 Uhr auf dem Ersten Weihnachtsmarkt des Restaurants Leopold auf Gut Haggn in Neukirchen – so lange der Vorrat reicht.