Den Alltag wieder bewältigen können

Diana Seidel hat seit mehr als 20 Jahren Probleme mit dem Rücken. Außerdem leidet die junge Frau am Borderline-Syndrom. Ein neues, rückenschonendes Bett soll ruhigere Nächte mit weniger Schmerzen bescheren.

Aufgrund ihres Rückenleidens braucht Diana Seidel dringend ein neues Bett

Von Alexander Bayer

 

12. Dezember 2015

 

Vilsbiburg.  Schon als Elfjährige wachte Diana Seidel regelmäßig schmerzgeplagt in der Nacht auf. Der Rücken schmerzte, weiterschlafen konnte sie in diesen Fällen selten. Die ersten Anzeichen eines Knorpelschadens, der die heute 31-Jährige zur Schmerzpatientin macht. Seit 20 Jahren kämpft die junge Frau mit Schmerzen, die von den Bandscheiben ausstrahlen. „Das wurde über die Jahre schlimmer, immer wieder bekam ich Hexenschüsse, so dass ich mich teilweise überhaupt nicht mehr bewegen konnte", sagt Seidel. Wöchentlich muss sie zum Arzt, der ihr Spritzen gibt, um die Schmerzen zumindest vorübergehend zu lindern. Dreimal war die junge Frau bereits in stationärer Schmerztherapie am Vilsbiburger Krankenhaus. Im Alltag ist sie auf Unterstützung angewiesen. Längeres Stehen führt schnell zum Rückenschmerz. Zu Fuß kann sie nur sehr kurze Strecken bewältigen. „Selbst der Haushalt macht mir große Schwierigkeiten, immer wieder muss ich Pausen einlegen", beklagt Diana Seidel. Die Einschränkungen gehen so weit, dass sie sogar einen Behindertenausweis bekam. Arbeiten möchte Seidel gerne wieder, ist aufgrund ihrer momentanen Beschwerden dazu jedoch noch nicht in der Lage.


Diese Belastung ging auch an ihrer Psyche nicht spurlos vorüber. Seit ihrem 17. Lebensjahr leidet Seidel an Depressionen, Ärzte diagnostizierten das Borderline-Syndrom. „Vor einem Jahr war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich nicht mehr weiter wusste. Ich konnte das Haus nicht mehr verlassen und habe mich komplett isoliert", erinnert sich Seidel.


Damals hat sie entschlossen, dass sich etwas ändern musste. Sie suchte Hilfe beim Landshuter Netzwerk. Mittlerweile wohnt sie selbstständig in Vilsbiburg, bekommt aber regelmäßig Besuch einer Betreuerin, die ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Seither geht es für Diana Seidel bergauf. Sie lernt, mit den Schmerzen umzugehen, schafft es immer besser, den Haushalt zu regeln – auch mit der Hilfe von Freunden.


Psychisch fühlt sie sich stabiler und sicherer: „Ich sitze nicht mehr nur im Schlafanzug herum, sondern möchte wieder aktiv werden." Den Alltag wieder ohne Hilfe meistern zu können, ist das Ziel der jungen Frau. Was sie in ihrem Aufwärtstrend noch ausbremst, ist ihr Bett: „Ich gehe am Abend mit Schmerzen schlafen und wache am Morgen mit Schmerzen wieder auf." Ihr altes Bett ist für ihre Beschwerden völlig ungeeignet. Der Lattenrost ist schlecht gefedert und direkt mit der Matratze verbunden. Das ist nicht nur schlecht für die Nachtruhe, sondern macht Seidel zusätzlich Probleme beim Wechseln des Lakens. Zudem ist das Bett viel zu flach, die Frau hat große Probleme, daraus aufzustehen. Ein angemessenes Modell und eine rückenschonende Matratze kosten zusammen rund 1000 Euro. Geld, das Diana Seidel aufgrund ihrer aktuellen Situation nicht hat. Mit etwas Hilfe von außen könnte sie einen letzten Stolperstein auf ihrem Weg zurück in die Selbstständigkeit abbauen und ihr Leben ein Stück unbeschwerter führen.