Damit die Retter erreichbar sind

BRK-Rettungsdienstleiter Michael Daiminger hat sich schon einige digitale Funkgeräte für den Probebetrieb zurecht gelegt.

Der Digitalfunk kommt, doch beim BRK-Kreisverband fehlen Funkgeräte

Von Monika Bormeth

 

14. November 2015

 

Cham. (ge) Michael Daiminger will es wissen. Nächste Woche wird der Rettungsdienstleiter des Bayerischen Roten Kreuzes im Landkreis Cham mit seinen Kollegen erstmals intern den neuen Digitalfunk testen. Eine Handvoll Funkgeräte hat er sich bereits besorgt. Doch die große Masse an Geräten fehlt noch. „Wir müssen unsere 18 organisationseigenen Fahrzeuge selbst ausrüsten. Das kostet", sieht Daiminger mit Unbehagen in die Zukunft. Jedes Funkgerät schlägt mit 558 Euro zu Buche. Geld, das Daiminger über Spenden abdecken muss.


Spätestens im Sommer 2016 erfolgt die Umstellung des Funkverkehrs von analog auf digital. Für die Fahrzeuge, die im öffentlich-rechtlich festgelegten Versorgungsplan verankert sind, bezahlen die Krankenkassen die Umstellung. Doch das sind eben nur zehn Rettungs- und Krankenwagen sowie sechs Notarztautos an den größeren Wachen im Landkreis Cham. „Alleine mit diesen Fahrzeugen könnten wir aber nie unseren Auftrag ausfüllen", sagt Daiminger. Sind zwei Fahrzeuge zeitgleich im Einsatz, würden für eine dritte Alarmierung schon nahegelegenes Gerät und Personal fehlen. Im Notfall müsste dann ein Patient mit Herzinfarkt in Walderbach auf den Wagen aus Lam warten.


Genau an diesem Punkt springt der Kreisverband in die Bresche. Er hat 18 Fahrzeuge auf eigene Kosten angeschafft. „Die brauchen wir auch", betont der Rettungsdienstleiter und verweist auf die Statistik. 800 Einsätze pro Jahr werden mit den kreiseigenen Autos gefahren. „Ohne sie könnten wir nicht zeitgerecht helfen", so Daiminger. Aber eben diese Fahrzeuge drohen nun im Zuge der Funkumstellung abgehängt zu werden. Denn die Kosten für die neuen Geräte muss der Kreisverband bezahlen. Und das summiert sich: 558 Euro je Gerät. Davon braucht Daiminger 24 Stück. Denn in manchen Fahrzeugen schreibt der Gesetzgeber zwei Handfunksprechgeräte als Mindeststandard vor. „Aber es hilft alles nicht. Unsere Fahrzeuge müssen über Funk erreichbar sein."