„Ich will nicht betteln, niemals“

Kinder sind am Deggendorfer Klinikum gut aufgehoben. Doch die Kassen kommen nicht für alles auf. Damit die Kleinen die schwierige Zeit besser überstehen können, gibt es die Unterstützung vom Förderverein.

20. Dezember 2014

 

Förderverein will kleinen Patienten das Leben leichter machen
Von Peter Kallus


Deggendorf. Die kleine Maria ist eineinhalb Jahre alt und am Ende: Durch einen Virus muss sie seit Tagen brechen und leidet an Durchfall. Die Eltern sind verzweifelt, der Kinderarzt schickt sie in die Kinderklinik am DONAUISAR Klinikum Deggendorf. Da geht es dann rasch aufwärts: „Wir haben sie stabilisiert und nach ein paarTagen konnte sie wieder nach Hause", beschreibt Chefarzt Dr. Michael Mandl die Behandlung.


Für 2 600 Patienten ist die Deggendorfer Kinderklinik die Rettung, für manche aber auch erst die Hilfe ins Leben: Ungefähr 400 kommen gleich nach der Geburt auf die Intensivstation für Früh- und Neugeborene: „Wir bieten hier eine Versorgung auf dem höchsten Niveau und sind mit den Erfolgen sehr zufrieden." Das spiegelt sich auch im Einzugsbereich der Klinik: Neben dem Landkreis Deggendorf kommen auch viele Kinder aus den Landkreisen Straubing-Bogen, Regen, Dingolfing-Landau und Passau. „Wir sind sehr dankbar, dass uns die Eltern ihr Vertrauen schenken und tun unser Bestes, dass wir es rechtfertigen." Die Qualität der Versorgung wird auf ganz verschiedene Weise geprüft: Die Klinik trägt zum Beispiel das Gütesiegel „Ausgezeichnet für Kinder". Hier gilt es einen ganzen Kriterienkatalog abzuarbeiten. Die medizinischen Daten werden mit den anderen Zentren für Frühgeborene verglichen und alle zwei Jahre werden die Gegebenheiten auch vor Ort geprüft. „Dabei bekommen wir viel Lob. Das freut uns als Team sehr."


Bei der Finanzierung werden die notwendigen Dinge von den Krankenkassen übernommen. „Leider ist nicht alles, was gut und sinnvoll ist, auch notwendig in den Augen der Kassen", meint Chefarzt Dr. Mandl. Deswegen hat er die Gründung des Fördervereins der Kinderklinik in die Wege geleitet. Der Verein hat sich für einen großzügigen Spielplatz auf dem Vorplatz eingesetzt, hat ein Elternzimmer, einen Entspannungsraum im Sozialpädiatrischen Zentrum und ein spezielles Gerät zur Versorgung von Neugeborenen mit Sauerstoffmangel finanziert. „Das sind große Anschaffungen. Der Verein hilft uns aber auch mit Dutzenden kleineren und kleinen Dingen. Und das hilft den Kindern oft sehr, die schwierige Zeit im Krankenhaus zu überbrücken." Dazu zählen etwa Spielzeugautos, Malbücher oder Bastelmaterial. Über alle Projekte gibt der Verein auf seiner Internetseite www.kraki.de Auskunft. „Und das alles, ohne einen Cent für die Verwaltung auszugeben", stellt Chefarzt Dr. Mandl fest.


Besonders am Herzen liegt dem Verein die Arbeit des Bunten Kreises. Hier kümmern sich Nachsorgeschwestern um die Familien mit Frühgeborenen. Die Kinder waren oft über Monate auf der Station und dann ist es ein großer Schritt, wenn sie endlich das Krankenhaus verlassen dürfen. „Dabei sind die Eltern hin- und hergerissen zwischen Freude und Angst, weil jetzt keine Schwestern mehr da sind, die sich um die Kinder kümmern." Diese Angst nehmen den Eltern die Nachsorgeschwestern des Bunten Kreises. „Sie fahren raus und kümmern sich, dass die Kinder gut versorgt sind." Ihre Tätigkeit wird aber nur zu einem Teil von den Krankenkassen übernommen: „Die Schwestern schreiben ohnehin nicht jede Minute auf, die sie bei den Familien sind, aber ganz umsonst arbeiten sollen sie auch nicht. Daher sind Spendengelder hier sehr wichtig", stellt der Chefarzt fest. Zudem treffen die Schwestern auch oft auf sozial schwierige Verhältnisse: Dann besorgen sie auch einmal einen Kinderwagen oder kaufen die teure Nahrung für Frühgeborne. Auch hier können sie mit den Geldern des Vereins einmal unbürokratisch helfen. Für all diese Dinge werden die Spenden an den Förderverein der Kinderklinik verwendet. Deswegen ist das Fazit für Chefarzt Dr. Mandl klar: „Wir sind jedem Spender sehr zu Dank verpflichtet und sei die Summe noch so klein."