Musik ist sein Leben - Geistig behinderter Mann wünscht sich Regale und DVD-Player

Max S. wünscht sich einen DVD-Player, Regale und eine Armbanduhr unter dem Christbaum. (Foto: dpa)

29. November 2014

 

 

Straubing/Bogen. Ruhe, Besinnung, Familie und Geschenke unter dem Christbaum. Das wünschen sich viele Menschen für die Weihnachtszeit. So auch Max S. (Name geändert) aus dem Landkreis Straubing-Bogen. Allerdings hat es das Schicksal nicht gut mit dem 53-Jährigen gemeint. Er ist geistig und körperlich behindert und seine Eltern sind schon früh gestorben. Er verbringt Weihnachten in einer Pflegeeinrichtung, in der er seit zehn Jahren wohnt. Max S. wünscht sich nichts sehnlicher als einen DVD-Player, Regale und eine Armbanduhr zu Weihnachten.


„Der Mann hat schwere Schicksalsschläge erleiden müssen", erzählt seine Betreuerin. Der 53-Jährige ist ganz alleine. Seine Eltern sind bereits vor längerer Zeit gestorben. Zu seinen Geschwistern hat der Mann keinen Kontakt. Auch musste der 53-Jährige mehrere Male umziehen. Er war bereits in verschiedenen Heimen, weil es immer wieder Probleme mit anderen Bewohnern gegeben habe. Zwischen Menschen mit einer geistigen Behinderung komme es immer wieder zu Konflikten, erklärt seine Betreuerin. Seit 2004 lebt Max S. nun in einem Heim, in dem er sich sehr wohl fühlt. „Es ist zu seiner Heimat geworden", sagt die Betreuerin. Nachdem die Eltern gestorben waren, war vorerst einer seiner Brüder als Betreuer für ihn eingesetzt. Allerdings habe das nicht funktioniert. Die jetzige Betreuerin erklärt, dass ihm sein Bruder das sowieso wenige Geld, das er bekomme, abgenommen habe. Max S. bekommt im Monat 105 Euro Taschengeld vom Staat. Davon muss er seine Krankenkasse, Medikamente, Getränke, den Friseur und anderes zahlen. Zum Leben bleibt da nicht mehr viel übrig. An Dinge, die er nicht zwingend zum Leben braucht, ist da gar nicht zu denken, so seine Betreuerin.


Und das schlimmste: Weil seine Eltern bereits gestorben sind und er keinerlei Kontakt zu seinen Geschwistern hat, hat er auch keinen Rückhalt von seiner Familie. Weder menschlich, noch finanziell. Er steht ganz alleine da. „Er ist auf der Schattenseite des Lebens", sagt die Betreuerin. Dabei sind seine Wünsche ganz bescheiden. Er sei wie ein Kind, erklärt die Betreuerin: „Geistig ist er auf dem Stand eines Fünfjährigen." Größte Freude bereiten ihm die Ausflüge der Einrichtung. „Er ist immer hellauf begeistert. Am Liebsten würde er bei allen Ausflügen mitmachen", erzählt sie. Wenn er dann im Bus auch noch vorne sitzen darf, dann ist er rundum glücklich. Viel Freude bereitet ihm auch jegliche Musik. „Musik ist sein Leben", sagt die Betreuerin. Besonders mag er bayerische Lieder, aber er hört auch andere Musikrichtungen wahnsinnig gern. Oft spielt Max S. einfach auf einer alten Gitarre vor sich hin oder singt selbst ein wenig.


Zu Weihnachten würden ein DVD-Player, Regale und eine Armbanduhr sein Herz höher schlagen lassen. Es müsste auch nur ein billiger DVD-Player sein, sagt seine Betreuerin: „Weil er selber gern an den Geräten herumwerkelt, gehen die Sachen relativ schnell kaputt." Max S. würde sich auch über Regale freuen, in denen er seine persönlichen Sachen abstellen kann. Denn er räumt auch gerne sein Zimmer immer wieder komplett um. Dank der Aktion „Freude durch Helfen" könnten die Augen von Max S. an Weihnachten strahlen, wenn er ein Geschenk unter dem Christbaum findet. -kh-