Endlich allen davonradeln

Hannelore Metzingers Lieblingssportgerät, der Hometrainer, ist kaputt. Sie ist bei der wöchentlichen Trainingsstunde der Sportgruppe in Moosburg mit viel Freude dabei.

14. November 2014

 

Moosburg. (ka) "Ich würd' so gern mit meinen Sportkollegen um die Wette fahren", sagt Hannelore Metzinger aus dem Anneliese-Schweinberger-Haus. Seit zwölf Jahren gibt es im Wohnhaus der Lebenshilfe für schwerst mehrfach und geistig behinderte erwachsene Menschen in der Schlesierstraße eine Sportgruppe. Die zehn Bewohner sind zum größten Teil schon von Anfang an dabei, allen voran Hannelore Metzinger. Sie will bis ins hohe Alter fit und gesund bleiben.


"Ich merk' einfach, dass es gut is, wenn ich mit den anderen länger in der Stadt bleiben kann, weil ich mehr Ausdauer hab'", sagt sie. "Am liebsten fahr' ich mit dem Heimradl beim Trainieren." Dieser Hometrainer ist mittlerweile jedoch kaputt "geliebt", so dass ein neues Gerät nötig geworden ist. "Aber alleine macht es den Teilnehmern nicht halb so viel Spaß, und sie sind nicht halb so motiviert wie in der Gruppe", sagt Übungsleiterin Anna Heinzmann. "Deshalb wünschen wir uns für jeden Teilnehmer ein solches Radl." Doch das sind Kosten, die die öffentliche Hand nicht übernimmt. Mit 3 000 Euro könnten zehn gute  Hometrainer angeschafft werden, damit Hannelore Metzinger "endlich allen davonfahren" kann.


Die Gruppe findet immer donnerstags statt und dauert eine Stunde. Zehn Teilnehmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Geleitet werden die Gruppen von Anna Heinzmann, Übungsleiterin Behindertensport, und Carina Wick,  Heilerziehungspflegerin im Anneliese-Schweinberger-Haus. Schwerpunkt ist Sport für Menschen mit Behinderung und im fortgeschrittenen Lebensalter: Es geht um Gangschulung und Gleichgewichtstraining, Schulung der  Körperwahrnehmung, Kräftigung der Arm- und Beinmuskulatur, Auge-Hand-Koordinationsschulung, Ausdauer und auch um Entspannung. Dazu setzen die beiden Übungsleiterinnen verschiedene Materialien wie Bänder, Reifen oder Bälle ein.