„Ein gutes Gefühl, zu wissen, nicht alleine zu sein“

Julia H. (Name von der Redaktion geändert) zeichnete dieses Bild als Dankeschön für alle Spender.

17. Januar 2015

 

Beispiele aus unserem Verbreitungsgebiet: Wem Ihre Spendengelder bis jetzt geholfen haben

Von Sophie Schattenkirchner


Anna M. träumt vom Jonglieren, vom Hochtrapez, von brennenden Reifen, lustigen Clowns, wilden Tigern, Elefanten und kleinen Hunden, die Kunststücke vorführen. Wenn Anna M. von diesem Traum erwacht, findet sie sich wieder in einem Heim in Zandt. Sie sitzt im Rollstuhl – seit einem schweren Unfall ist die 74-Jährige querschnittsgelähmt (wir berichteten). Gerne denkt sie zurück an ihre Kindheit und Jugend: Denn Anna M. ist in einem Zirkus aufgewachsen.


Bis zu ihrem 21. Lebensjahr lebte Anna M. in einem Zirkuswagen – aber keinem modernen mit einer Heizung, sondern einem alten aus Holz mit großen Rädern. Mit 17 Jahren trat Anna M. zum ersten Mal mit ihren Brüdern am Hochtrapez auf. „Sie ist den dreifachen Salto gesprungen", erzählt Günther Glitschenstein, der Anna M. schon seit Jahren begleitet und ein Porträt über sie für das Straubinger Tagblatt geschrieben hat. Als einer ihrer Brüder vom Trapez abstürzte, beendete Anna M. ihre Artistenkarriere, zu traumatisch waren die Eindrücke des Unfalls. Anna M. verabschiedete sich vom Zirkusleben, heiratete und brachte eine Tochter zur Welt.

 

Jahre später hatte sie einen tragischen Unfall, seither ist sie querschnittsgelähmt. Die Spendenaktion „Freude durch Helfen" der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/ Landshuter Zeitung und der Circus Krone erfüllen der 74-Jährigen nun einen Lebenstraum: Sie fährt am 30. Januar mit Günther Glitschenstein, ihrer Betreuerin und zwei ehrenamtlichen Helfern der Malteser nach München in den Circus Krone zur Vorstellung „Giganten der Manege" (Nachbericht folgt). Die Fahrtkosten werden durch die Spenden der Leser der Mediengruppe gedeckt, den Eintritt für Anna M. und alle Begleiter übernimmt der Circus Krone. Eine besondere Überraschung erwartet Anna M. noch: „Die Clowns werden ein Foto mit ihr machen und sie bekommt ein Programmheft." Außerdem erhält Anna M. aus den Spenden an die Aktion „Freude durch Helfen" noch einen Betrag, um ihren Alltag besser meistern zu können.

 

Durch eine Unachtsamkeit kam es Anfang Dezember zu einem Brand in der Wohnung einer Familie aus Kirchroth. Eine Herdplatte wurde vergessen abzuschalten, Pappe, die neben dem Ofen lag, begann zu brennen. „Die Küche ist komplett ausgebrannt, in der Wohnung ist alles verrußt, es ist eine Katastrophe", erklärt Josef Wallner, erster Bürgermeister der Gemeinde Kirchroth, der die Patenschaft für die Familie übernommen hat. Inzwischen hat die Familie wieder eine Wohnung gefunden, doch fast alle Gegenstände riechen noch nach dem Feuer.


Mit Spendengeldern aus der Aktion „Freude durch Helfen" wird diese Familie jetzt unterstützt. „Davon kaufen sie sich nun Wäsche, Winterkleidung und das Notwendigste für den Haushalt", sagt Wallner. Neben der finanziellen Hilfe ist für die Familie noch etwas anderes von großer Bedeutung: „Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, nicht alleine zu sein."


Dieses Gefühl hat nun auch Gerda L. (Name von der Redaktion geändert). Die Akademikerin, die seit einem schweren traumatischen Erlebnis Frührentnerin ist, ist alleinerziehend. „Ihre Rente ist nicht groß", erklärt Monika Winkler vom Kinderschutzbund Regen-Viechtach. Der Vater zahlt keinen Unterhalt für die Kinder und das Haus, in dem die Familie nun lebt, ist sanierungsbedürftig. „Ständig fallen Kosten für die Renovierung an", sagt die Patin Monika Winkler, „aber auch Brillen oder Schulfahrten müssen irgendwie bezahlt werden". Dafür wird nun das Geld eingesetzt, das die Leser der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung gespendet haben. „Als sie von dem Betrag erfuhr, hat sie geweint vor Freude", erzählt Monika Winkler.


Über eine Spende aus der Aktion „Freude durch Helfen" hat sich auch Julia H. (Name von der Redaktion geändert) sehr gefreut. Deshalb hat die Jugendliche eine Zeichnung an das Tagblatt geschickt, um sich bei allen Spendern zu bedanken. „Beide Eltern des Mädchens sind gestorben", erklärt Katharina Geith vom Amt für Jugend und Familie des Landkreises Straubing-Bogen, die die Patenschaft für Julia H. übernommen hat und mit ihr besprochen hat, wie das Geld verwendet wird. Ein Teil des Geldes fließt in die immer noch nicht bezahlte Beerdigung des erst kürzlich verstorbenen Vaters. „Die Mittel in der Familie sind knapp", schildert die Patin. Ein weiterer Teil wird für warme Winterkleidung ausgegeben. „Einen kleinen Teil halten wir zurück, denn heuer steht eine Klassenfahrt an."

 

Der 15. Oktober 2012 ist der Tag, an dem sich das Leben des zweifachen Familienvaters Jörn Preuss aus Frauenzell schlagartig veränderte: bei einem Verkehrsunfall wurde der Mann so schwer verletzt, dass er seither im Rollstuhl sitzt. Nur fünf Monate vor dem Unfall hatten er und seine Frau ein Haus gekauft – mit Hanglage und mehreren steilen Treppen. Nach dem Bericht über Jörn Preuss auf den „Freude-durch-Helfen"-Sonderseiten im Straubinger Tagblatt meldete sich Monika Wagner. Sie betreut ein älteres Ehepaar, vor ein paar Jahren wurde deren Haus verkauft, ein Treppenlift ausgebaut und in einem Lager untergebracht. „Als ich in der Zeitung von Jörn Preuss gelesen habe, ist mir auf einmal wieder dieser Lift eingefallen", erzählt sie. Kurz danach hat sie das ältere Ehepaar gefragt, ob es in Ordnung wäre, den Treppenlift an Jörn Preuss zu verschenken. „Sie waren begeistert und sofort einverstanden."


„Ich fand' das eine super Reaktion", sagt Jörn Preuss, „ich hätte nie gedacht, dass die Aktion so weite Kreise zieht". Bei ihm Zuhause waren bereits Mitarbeiter von Thyssen-Krupp. Leider haben diese festgestellt, dass der 15 Jahre alte Treppenlift des älteren Ehepaars nicht mehr in das Haus eingebaut werden kann. Daher wird für den Familienvater weiterhin ein neuer Treppenlift gesucht. Die Tagblatt-Aktion „Freude durch Helfen" unterstützt ihn durch Ihre Spenden. „Auch wenn es jetzt noch nicht geklappt hat, es war eine richtig gute Idee", sagt Preuss.