Unverschuldet in finanzielle Not geraten

Peter S. pflegt über viele Jahre seine schwerkranke Mutter

Pflegebedürftige Personen brauchen neben medizinischer Versorgung vor allem menschliche Nähe. Peter S. hat seine Mutter über viele Jahre aufopferungsvoll gepflegt und ist in finanzielle Not geraten. Foto: dpa

Roding. (ha) „Eine Arbeit finden, von der ich leben kann." Das ist momentan der größte Wunsch von Peter S. (Name geändert). Für ihn bedeutet das Leben gerade eine wahre Herausforderung. Aufopferungsvoll hat er über viele Jahre seine schwerkranke Mutter gepflegt. Sie war bettlägerig und in den letzten Lebensmonaten an Geräte angeschlossen. Wegen der aufwendigen Pflegetätigkeit, die er rund um die Uhr alleine leistete, ließ sich ein normales Leben auf Dauer nicht aufrechterhalten. Hinzu kommt ein früherer Arbeitsunfall, der die ganze Situation noch verschlimmert hat. Die Anforderungen sind Peter S. finanziell zum Verhängnis geworden. Er geriet nach dem Tod seiner Mutter im vergangenen Jahr mit seinen Zahlungen in Rückstand. Schulden haben sich angehäuft.


Der gelernte Garten- und Landschaftspfleger ist nach einiger Zeit aus dem Arbeitsleben herausgefallen und bezieht jetzt Arbeitslosengeld II. Momentan lebt er noch in der Wohnung, die er lange Zeit gemeinsam mit seiner Mutter bewohnt hatte. Doch das Jobcenter sieht die Räume als unangemessen an und fordert den Umzug in eine kleinere Wohnung. Das Geld für die Miete wurde schon gekürzt. Peter S. war nicht untätig und hat sich auf die Suche nach einer geeigneten Bleibe begeben, was sich in seinem kleinen Heimatort jedoch schwierig gestaltet.


Gesundheitlich forderte die Pflegetätigkeit bei Peter S. ihren Tribut. Die psychische Belastung hat dazu geführt, dass sein Leben irgendwann durcheinandergeraten ist. Anfangs konnte er keine Kraft aufbringen, sich nach einer Arbeitsstelle umzusehen. Die Motivation war auf dem Nullpunkt.


Dies hat sich jedoch geändert, seit er die Beratungsstelle der Caritas aufgesucht hat. Nun bemüht er sich schon seit einiger Zeit um eine Arbeitsstelle. Aber bisher hat der junge Mann diesbezüglich kein Glück gehabt. Hinzu kommt, dass er keinen Führerschein besitzt und deshalb örtlich sehr eingeschränkt und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. „Ich würde auch in eine andere Ortschaft ziehen, wenn ich dort Arbeit finde", sagt er.


Die größten Sorgen bereiten ihm die Schulden. Sie liegen wie ein schwerer Berg auf seinem Leben. Es sind noch die Beerdigungskosten bei der Gemeinde offen, die er monatlich mit 50 Euro abbezahlt. Die Krankenkasse besteht auf eine Rückforderung und die Nebenkosten beim Vermieter sind teilweise nicht bezahlt. Den größten Posten macht allerdings der Stromversorger mit knapp 1 800 Euro aus. Erst seit einem Jahr ist der Stromverbrauch nach oben gegangen. Obwohl Peter S. seine Gewohnheiten diesbezüglich nicht geändert hat. Ein Elektrofachmann, der hinzugezogen wurde, meint, dass der veraltete Durchlauferhitzer die hohen Stromkosten verursacht. Doch der Vermieter will das betagte Gerät nicht gegen ein neues austauschen. Und wegen des Zahlungsrückstandes hat das Versorgungsunternehmen Peter S. zwischenzeitlich die Stromabschaltung angedroht.


„Das alles kann er auf keinen Fall stemmen", erklärt die für den Fall zuständige Mitarbeiterin vom Caritas-Verband. Die finanzielle Lage, in die Peter S. unverschuldet geraten sei, setze ihm seelisch sehr zu. „Wenn sich wenigstens die Schulden beim Stromversorger reduzieren lassen, dann wird er wieder auf die Füße kommen", meint sie optimistisch.