Traumatisches Erlebnis

In das Haus einer Leserin aus dem Verbreitungsgebiet der Moosburger Zeitung wurde eingebrochen. Die Familie ist seither traumatisiert. (Symbolfoto: Silas Stein/dpa)

Einbruch belastet Mutter mit zwei Kindern schwer – Täter verwüsten Haus

 

 

Moosburg. (tom) Vertrautheit und Geborgenheit, das wünscht man sich von seinem Zuhause. Doch dieses Empfinden kann durch ein Verbrechen gestört oder gar zerstört werden. Ein Einbruch hinterlässt nicht nur materiellen Schaden, er gibt den Bewohnern auch das Gefühl, daheim nicht mehr sicher zu sein, angreifbar zu sein. So ist es Sandra K. (Name von der Redaktion geändert) und ihren Kindern ergangen, die im Verbreitungsgebiet der Moosburger Zeitung wohnen. Einbrecher sind in ihr Heim eingedrungen und haben es verwüstet.


Der Fall von Sandra K. zeigt die schlimmen Folgen, die ein Einbruch nach sich ziehen kann. An einem Tag im August machen sich zwei unbekannte Männer an ihrem Haus zu schaffen. Das kleine, freistehende Einfamilienhaus ist umgeben von einem kleinen Garten, der uneinsehbar ist. Die Nachbarn nehmen keine Notiz, was sich im Nachbarhaus zuträgt. Frau K. ist vormittags in der Arbeit, die beiden kleinen Kinder besuchen eine Kindertagesstätte.


Bei ihrer Rückkehr ins Haus kann Sandra K. nicht fassen, was sie dort vorfindet. Die Regale und Schränke stehen offen, der Inhalt ist herausgerissen. Spielsachen der Kinder sind überall verstreut. Möbel und Türen sind beschädigt. Die gesamte Wohnung wurde in blinder Zerstörungswut von den Tätern verwüstet. Der Vandalismus ist extrem: Mit Kot wurden die Wände und Böden verschmutzt. Noch war Sandra K. nicht in der Lage festzustellen, was fehlt, zu groß ist der Schock über den Zustand des Hauses. Auch die ehrenamtliche Mitarbeiterin des „Weißen Rings" war entsetzt über den Zustand der Wohnung nach dem Einbruch. Bereits zwei Tage nach der Tat kümmerte sich die Opferhilfe um die Familie.
Nach dem Einbruch konnte in der Wohnung niemand mehr leben, schon gar nicht eine Familie mit zwei kleinen Kindern – es muss alles renoviert werden. Die Familie musste über mehrere Wochen in eine andere Wohnung umziehen, die ihr der Vermieter zur Verfügung stellte.


Unmittelbar nach dem Einbruch spielen neben den Ängsten auch existenzielle Probleme eine große Rolle. Die Familie lebt in bescheidenen Verhältnissen und muss im Alltag viele Herausforderungen meistern. Warum ausgerechnet dieser Familie so eine schlimme Tat passieren muss, diese Frage beschäftigt auch die Helfer vom „Weißen Ring". Die Mitarbeiter der Außenstelle Freising sind sehr bewegt vom Schicksal der kleinen Familie. Die Mutter erhält eine Opferhilfe vom „Weißen Ring", damit kann Sandra K. das Nötigste für ihre Kinder und sich besorgen. Zerstörte und entwendete Kleidung, Bücher, Matratzen und Bettwäsche, auch Spielsachen, die kaputt gemacht wurden, können so ersetzt werden.


„Als wir ihr die Hilfe angeboten haben, war sie zu Tränen gerührt", erzählt Silvia Niedermeier, Leiterin der Freisinger Außenstelle. Das Engagement des Vereins stellt eine große Hilfe für die Familie dar, die aber nur geleistet werden kann, weil der „Weiße Ring" auch durch Spenden unterstützt wird. Dazu zählt auch ein Beitrag aus dem Spendentopf „Freude durch Helfen".


Unwiederbringlich verloren sind für die Familie persönliche Dinge, die die Einbrecher mitgenommen haben. Geblieben ist der Familie auch die Angst, oft hat Sandra K. Alpträume und schreckt aus dem Schlaf. Auch die beiden kleinen Kinder sind noch immer traumatisiert. Um mit den Ängsten besser fertigzuwerden, hat die Familie psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch genommen. Diese Hilfe wurde auch durch den „Weißen Ring" vermittelt und die Erstberatung durch einen psychotherapeutischen Beratungsscheck übernommen. Aufgeklärt konnte der Einbruch bei Familie K. bisher noch nicht werden.