Mit der Kraft fast am Ende

Schwerkranke Frau kämpft um Wohl ihrer Kinder


Von Kerstin Petri


Landau. Ihre fünf Kinder sind das Wichtigste im Leben einer 51-jährigen Frau, die derzeit im Rottal lebt. Für sie will sie weiterkämpfen, auch wenn sie eigentlich keine Kraft mehr hat.


Zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern lebte die Frau bis 2002 in Rheinland-Pfalz. Ihr Mann war beruflich viel im Ausland tätig. Die Frau war Altenpflegerin. 2001 wurde der Ehemann gewalttätig gegenüber seiner Frau, die mehrmals wegen schwerer Verletzungen ins Krankenhaus kam. Polizeilich wurde nicht viel unternommen. Noch bevor sie ihren Mann verlassen konnte, um ihre Kinder und sich selbst zu schützen, steckte dieser das Haus der Familie in Brand. Dabei wurde die Frau schwer verletzt, die Kinder konnten gerettet werden, alles Hab und Gut war verloren.


2007 heiratete die Frau ein zweites Mal. Ein Fehler, wie sich kurz nach der Hochzeit herausstellte. Denn sie fand heraus, dass ihr neuer Mann ebenfalls gewalttätig ist, weshalb sie mit ihren Kindern die Flucht ergriff und alle Habseligkeiten zurücklassen musste. Über Umwege kam sie nach Bayern und schließlich ins Rottal, wo sie heute mit ihren zwei jüngsten, fast erwachsenen Kindern lebt. Ihre anderen drei Kinder und ihre neun Enkelkinder, die alle in Rheinland-Pfalz leben, sieht die 51-Jährige nur selten.


Seit 2014 hat die Frau vermehrt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Aufgrund einer schweren Herzerkrankung musste sie sich mehreren Bypass-Operationen und Stent-Implantationen unterziehen, die jedoch zu Komplikationen und anhaltenden Schmerzen führten. Die dreiköpfige Familie lebt als sogenannte Bedarfsgemeinschaft von Hartz IV, das gerade einmal die Grundbedürfnisse deckt.


Arbeiten kann die schwerkranke Frau nicht mehr. Eine Familienhilfe wurde vom Jugendamt dreimal abgelehnt. Etliche Kosten muss die 51-Jährige selbst tragen, sei es die Zahnspange für ihre Tochter, Kosten für die weiterführenden Schulen, die ihre beiden Kinder besuchen, oder die vielen Medikamente für sich selbst. Somit ist die Familie auf finanzielle Hilfe angewiesen. Große Unterstützung erhält die 51-Jährige von ihren Familienpaten in Arnstorf, die ihr helfen, wo sie nur können, vor allem bei Behördenangelegenheiten.


Wenn die 51-Jährige an Weihnachten denkt, das kurz bevorsteht, kommen ihr die Tränen. Ihr größter Wunsch ist es, dass ihre beiden jüngsten Kinder die Schule erfolgreich abschließen und künftig ein geregeltes Leben ohne Hartz IV führen können.