Fahrbarer Untersatz für Patrick

Von Claudia Moser

Patrick Mittermeier mit der Eule Lilli auf dem Mittelaltermarkt.

Dingolfing. Im jungen Alter von nur sechs Tagen erkrankte der mittlerweile 14-jährige Patrick Mittermeier an einer Gehirnhautentzündung. Seither ist er körperlich, sowie geistig behindert. Er ist blind und leidet an einer Tetraspastik mit Gleichgewichtsstörungen, sodass er weder alleine gehen, noch stehen kann. Für seine Mutter Monika ist jede Unternehmung mit dem Auto ein Kraftakt. Es ist mittlerweile sehr umständlich geworden, Patrick in das Auto zu setzen, da der Schwenksitz im derzeitigen Familienauto ein Umsetzen erfordert, was bedeutet, dass Patrick aus seinem Rollstuhl auf den Autositz gehoben werden muss. Zuhause erleichtert ein Lifter den Alltag der Familie. Auch, wenn diese große Investition viel Geld kostet – für das Wohl ihres Kindes, aber auch zur Erleichterung des täglichen Ablaufs ist ein neues Auto unumgänglich. Je älter und größer Patrick wird, desto schwieriger wird es für seine Mutter Monika, ihren Sohn ins Auto zu befördern, um mit ihm sämtliche Aktivitäten, seien es Ausflüge zum Schwimmen, in den Zoo oder zu Bekannten zu bewältigen. Patrick wiegt bei einer Größe von 145cm 60 Kilo. Seine Mutter stellt dies tagtäglich vor eine Herausforderung.

 

Unter der Woche besucht Patrick das Blindeninstitut Regensburg, wohin er glücklicherweise mit einem Fahrdienst gebracht wird. Für seine Mutter eine große Entlastung, denn während Patrick in der Schule ist, arbeitet sie halbtags als Krankenschwester in der ambulanten Intensivpflege. In der Schule bekommt Patrick die Therapie, die er benötigt. Außerdem begeistert er sich für Musik. Er singt sogar im schuleigenen Chor. „Bald fahren wir auf einen Weihnachtsmarkt, denn dort wird er mit seiner Schule einen Auftritt haben", so seine stolze Mutter. Für sie ist es ein Segen, ihren Sohn beim Aufblühen zu beobachten. „Dabei geht mir das Herz auf, wenn ich sehe, wie viel Spaß er bei diesen Freizeitaktivitäten hat."

Der 14-Jährige ist fröhlich und lebenslustig.

Seine Mutter ist alleine sorgeberechtigt, lebt jedoch mit ihrem neuen Ehemann in einer Wohnung in Dingolfing. Gemeinsam kümmern sie sich um Patricks Wohl. Vor allem Brettspiele in geselliger Runde mag der 14-Jährige sehr gern. „Dann sitzen wir stundenlang am Esstisch und lachen den ganzen Abend", so Monika Wagner. Natürlich schaut er auch gerne Fernsehen und hört Kinderhörspiele, seine Lieblingsfigur ist Pumuckl.

 

Patricks große Leidenschaft sind Mittelaltermärkte. „Wir fahren oft auf verschiedene Märkte in der Umgebung, weil es Patrick unheimlich viel Spaß macht. Auf einem Mittelaltermarkt kam ein Falkner auf uns zu und ließ Patrick seine Eule Lilli halten." Obwohl der Falkner seine Tiere nicht in fremde Hände gibt, machte er bei Patrick eine Ausnahme. „Patrick ist ein höflicher und fröhlicher Junge. Der Falkner wusste, dass er dem Tier keinen Schaden zufügen würde. Für Patrick war das ein ganz tolles Erlebnis, denn er konnte die Eule nicht sehen, sie jedoch mit seinen Fingern ertasten."

 

Um Patrick weiterhin die Besuche der Mittelaltermärkte zu ermöglichen, freut sich die Familie über die Hilfe aus dem Umfeld, um sich so ein behindertengerechtes Fahrzeug zu kaufen.