Eine Aufgabe, die Respekt verdient

Das HvO-Team Bernried, Waltraud Kraus und Rudi Ertl, mit ihrem in die Jahre gekommenen Einsatzfahrzeug. Um ein neues Fahrzeug zu kaufen, sind sie auf Spenden angewiesen. (Foto: Prem)

Helfer vor Ort kümmern sich um Notfallpatienten – Spenden benötigt


Von Christian Prem


Bernried. In Notfallsituationen, bei Unfällen oder wenn jemand erkrankt wünscht man sich immer schnellstmöglich fachgerechte und professionelle Hilfe durch den Rettungsdienst. Leider benötigt der Rettungsdienst für die Anfahrt, besonders im ländlichen Bereich, wesentlich mehr Zeit als in der Stadt. Um diese Zeit zu überbrücken und die Notfallpatienten dennoch kompetent zu versorgen, wurden im Jahr 2008 die Helfer vor Ort (HvO) Bernried ins Leben gerufen.


Vor Ort übernehmen sie die Erstversorgung der Patienten, leiten Wiederbelebungsmaßnahmen ein und führen die Behandlung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fort. Die geleisteten Einsätze können jedoch nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden, dennoch entstehen Kosten für das Fahrzeug, die Ausstattung, Material und die Kleidung.


Seit der Gründung sind die Helfer vor Ort auf Spenden der Öffentlichkeit und die Unterstützung der Gemeinde Bernried angewiesen. Das aktuelle Einsatzfahrzeug der Helfer vor Ort hat mit 14 Jahren bereits eine beträchtliche Laufleistung erreicht und muss deshalb durch ein neues Einsatzfahrzeug ersetzt werden. Erst vor Kurzem war wieder eine größere Reparatur nötig, um die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Dies ist aber wiederum nur mit Hilfe der Spenden von Bernrieder Bürgern möglich.


Im Jahr 2016 rückten die Helfer vor Ort 119 Mal aus, um vor Eintreffen des Notarztes und des Rettungsdienstes Erste Hilfe zu leisten. Heuer sind es bis dato schon 84 Einsätze. Das HvO-Team ist an den Wochenenden von Freitag, 18 Uhr, bis Montag, 6 Uhr, einsatzbereit. Seine Mitglieder sind besonders geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich in ihrer Freizeit zur Verfügung stellen und mit dem speziell angeschafften Einsatzfahrzeug und Einsatzmitteln direkt aus dem Gemeindebereich Bernried zum Einsatzort ausrücken.


Einer der spektakulärsten Einsätze heuer war ein von einem Traktor überrolltes Kind. Auf der Rückfahrt von der Oedwieser Bergmesse erhielt Rudi Ertl diesen Einsatz kurz vor Dienstschluss. Innerhalb kürzester Zeit war die HvO-Besatzung vor Ort und konnte gleich die Erstversorgung des Kindes übernehmen. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes, der mit dem Rettungshubschrauber kam, vergingen rund zehn Minuten, so Ertl.


Eine weitere ganz wichtige Aufgabe, so Waltraud Kraus, ist die Nachsorge der Angehörigen. Auch bei diesem schweren Unfall wurden die Angehörigen nicht alleine gelassen, sondern betreut und versucht, ihnen Ängste zu nehmen. Keine leichte Aufgabe, die den Respekt unser aller verdienen sollte.