Ein Fond für bedürftige Kinder

 Ein Fond für bedürftige Kinder

Jugendamtsleiter Markus Biebl verwaltet den Fond für bedürftige Kinder im Landkreis Cham. (Foto: ge)

Wo der gesetzliche Anspruch endet, hilft das Jugendamt mit einem Zuschuss

 

Cham. (ge) Ohne gesichertes Einkommen wird fast alles zum Problem: Der Wochenendeinkauf für die Familie genauso wie die Klassenfahrt der schulpflichtigen Tochter. Markus Biebl kennt die Geschichten und die Schicksale dahinter. „Eine Alleinerziehende mit drei Kindern kann sich die 300 Euro für den Schulskikurs kaum leisten", weiß der Leiter des Jugendamtes am Chamer Landratsamt. Anderen Familien geht das Geld schon zur Monatsmitte aus. „Wir hatten Mütter, die freitags um 11.55 Uhr in meinem Büro standen und um Geld für Lebensmittel baten." Doch für derlei Fälle hat der Jugendamtsleiter keine rechtliche Handhabe. Also ist Biebl selbst aktiv geworden und hat einen Spendenfond eingerichtet.


„Der Fond ist ausschließlich für bedürftige Kinder im Landkreis Cham gedacht. Mit diesem Geld wollen wir genau da einspringen, wo der Gesetzgeber keine Unterstützung gewährt", betont Biebl. Und von eben diesen Notfällen gibt es auch in einem Land, in dem vermeintlich jeder Tatbestand genau geregelt ist, überraschend viele. Meist reichen schon kleinere Summen, um die Notlage zu lindern. 50 Euro genügen Eltern für den Kauf von Zugfahrtkarten, um den Sohn in der Kinderklinik in Regensburg besuchen zu können. Ganz selten greift Biebl tiefer in die Kasse. Der höchste Betrag waren bislang 700 Euro als Zuschuss für einen Führerschein für ein junges Mädchen, das sonst die Fahrt zu ihrer Ausbildungsstelle nicht hätte bewerkstelligen können.