Dringend zwei neue Fenster

Die Jahrzehnte alten Fenster halten nicht mehr dicht.

77-Jähriger lebt unter kargen Verhältnissen in einem alten Bauernhaus

 

Von Josef Heigl


Roding. Eigentlich ist er sehr zufrieden. Franz S. (Name von der Redaktion geändert) lebt unter kargen Verhältnissen, aber in seit Kindertagen vertrauter Umgebung. Er will deshalb nicht weg von hier. Dank ambulantem Pflegedienst der Caritas und dank einer Betreuerin, die weitaus mehr tut, als es üblich ist, gelingt das Tag für Tag.


Das kleine Bauernhaus hat schon bessere Zeiten gesehen. In den 20er-Jahren errichtet, bildete es den Lebensmittelpunkt einer Bauernfamilie. An das gemauerte Haus war ein Stall angebaut, der aber zwischenzeitlich abgerissen ist; die Türöffnung vom Haus in den Stall ist zugemauert. Separat stehen ein Taubenhäuschen, ein Schuppen und ein gemauerter Bildstock in der Wiese. Rund um das Wohngebäude darf ein alter Bestand an Obstbäumen wachsen. Der Blick schweift weit in die Ferne. Kein Wunder, dass Franz S., der hier aufgewachsen ist, besonders mit dem Ort verbunden ist. Er war es auch, der einst die Landwirtschaft der Eltern übernommen und weitergeführt hatte. Zwischenzeitlich ist das Haus baufällig geworden. Es bläst der Wind durch Öffnungen gerade im ersten Stock. Franz S. lebt und schläft deshalb im Erdgeschoss, in der Stube mit etwa fünf mal fünf Metern Größe. Beim Besuch des Reporters bullert der Ofen. Daneben steht ein Korb mit Brennmaterial, um wieder und wieder nachzulegen. Die Fenster hier sehen neu aus, doch im Nebenraum besteht Handlungsbedarf: Dort halten die Jahrzehnte alten Fenster nicht mehr dicht, es zieht herein, die Kälte des Winters schleicht sich durch die Ritzen und unter der Türe hindurch in die einzige bewohnbare Stube. Die Kammer selbst lässt sich deshalb auch nicht nutzen.


„Er ist so zufrieden", sagt die Betreuerin

Eine Betreuerin kümmert sich seit etwa drei Jahren fürsorglich um den von einem Schlaganfall gezeichneten 77-Jährigen. Auf ihn aufmerksam wurde sie, weil sich ihr Vater zur gleichen Zeit wie Franz S. einer Reha unterzog.


Sie erledigt viel mehr als nur Post und Behörden. Erst im Frühjahr hat sie die Wohnstube ausgeweißt. Die war auch vom Heizen ganz dunkel geworden. Jetzt strahlt sie hell und sauber und Franz S. freut sich jeden Morgen über seine schöne, helle Stube. „Er ist so zufrieden", sagt die Betreuerin, die nach mühsamem Sparen auch ein Fernsehgerät erwerben konnte. Ein kaputtes Fenster habe sie übrigens eigenhändig ausgetauscht. „Im zweiten Versuch ist es auch gelungen", lacht sie. Auch sie sagt, dass Franz S. sehr geholfen wäre, würden die beiden alten, undichten Fenster in der ehemaligen Kammer direkt neben der Stube ersetzt. Dann könnte der Raum auch genutzt werden.


Bisher spielt sich ja alles in der Wohnstube ab: Dort stehen der Ofen, ein Waschbecken, ein Bett und ein älteres Kanapee. Auf diesem liegt, sorgfältig sortiert, die frisch gewaschene und gebügelte Wäsche. Stühle und ein Tischchen gehören ebenfalls zum Inventar. Und eine Waschmaschine. Das war es dann aber schon.


Ein Badezimmer existiert nicht, gewaschen wird mit Wasser aus einer Wanne. Ein Kühlschrank wäre überflüssig, sagt Franz S.. „Im Sommer bringe ich oft Kühltaschen mit, das geht dann schon", sagt die Betreuerin.


Mit seiner Rente und der Grundsicherung kommt Franz S. gerade über die Runden. „Aber übrig bleibt da gar nichts", macht die Betreuerin klar. Wenn etwas kaputt wird und ersetzt werden muss, geht das nicht so einfach. Deshalb möchte die Aktion „Freude durch Helfen" die Finanzierung der beiden Fenster übernehmen und hofft auf Spenden der Leser. An den Einbau würde sich die Betreuerin dann schon wieder selber wagen. „Ich mache es gern, denn er ist so zufrieden hier, bei sich daheim."